Moore sind wahre Klimaschützer – sofern sie intakt sind. Doch rund 95 Prozent der bundesweiten Moorflächen wurden trockengelegt und gelten heute als starke Emittenten von Treibhausgasen wie CO₂, N₂O und CH₄.
Um den realen Beitrag dieser Flächen zum Klimawandel besser zu verstehen und Renaturierungsmaßnahmen gezielt zu optimieren, braucht es präzisere Messmethoden. Genau hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt MoReNat-Q an – mit quantentechnologischen und photonischen Innovationen, bei denen EFTAS eine zentrale Rolle spielt.
Lasermessung aus der Luft – kombiniert mit Fernerkundungsexpertise
Kern des Projekts ist die Entwicklung eines ultraleichten, hochpräzisen Lasermultisensors, der mithilfe einer sogenannten LTA-Drohne (Lighter Than Air UAV) über Moorgebieten fliegt und dabei selbst kleinste Konzentrationen an Treibhausgasen misst. Die neue Technik soll erstmals ermöglichen, Emissionen ortsaufgelöst, flächenhaft und unter naturschutzkonformen Bedingungen zu erfassen – auch über längere Zeiträume hinweg. Die Flugmessungen werden mit bodengestützten Daten verglichen und in die Analyse unterschiedlicher Wiedervernässungsszenarien integriert.
EFTAS bringt seine langjährige Erfahrung im Bereich Fernerkundung und Monitoring ökologischer Flächen in das Projekt ein. Die Moor- und Natura-2000-Monitoringverfahren von EFTAS werden nicht nur durch die neuen Technologien ergänzt, sondern dienen auch als methodische Grundlage für die flächenhafte Hochrechnung der punktuellen Lasermessungen. Darüber hinaus wird EFTAS eine pilothafte Anwendung der Entwicklungen in einem ersten ausgewählten Testgebiet vorbereiten.
Anwendungsbezug im Fokus – EFTAS als Bindeglied zu den Nutzern
Eine besondere Stärke von EFTAS im Projekt MoReNat-Q liegt in der engen Verzahnung von Forschung und Praxis. Als Bindeglied zwischen Entwicklung und zukünftigen Anwendern übernimmt EFTAS die Aufgabe, die Anforderungen potenzieller Nutzer frühzeitig zu identifizieren und die Projektentwicklung entsprechend zu begleiten. Ein geplanter Workshop mit relevanten Stakeholdern wird helfen, konkrete Bedarfe zu erfassen und die spätere Anwendbarkeit der Ergebnisse zu sichern.
Realitätsnahe Daten für wirksame Klimaschutzmaßnahmen
Aktuelle Schätzungen der THG-Emissionen aus Moorgebieten basieren häufig auf pauschalen An-nahmen. Durch die geplanten flächenhaften Messungen erhofft sich das Projekt, realistischere und differenziertere Daten zu gewinnen. Diese könnten in Zukunft eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Renaturierungsmaßnahmen und Förderprogramme sein.
MoReNat-Q läuft von September 2024 bis August 2027. Projektpartner sind neben EFTAS die nanoplus Advanced Photonics GmbH, das Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster, das Helmholtz-Zentrum Potsdam (GFZ), die Hybrid-Airplane Technologies GmbH sowie das Büro Hofer & Pautz. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Moorrenaturierung durch moderne Quantentechnologie effizienter und klimawirksamer zu gestalten.
Weitere Infos zum Projekt sind hier zu finden: Link










