Im Herbst 2018 sorgte ein Moorbrand auf dem Erprobungsgelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) Meppen für Schlagzeilen. Der zentrale Moorkörper, auch Teil des sensiblen FFH-Gebiets 044 „Tinner Dose, Sprakeler Heide“, wurde durch Munitionseinschlag in Brand gesetzt.
Aufgrund der enormen ökologischen Schäden und der unklaren Auswirkungen auf die militärische Nutzung entstand die Notwendigkeit, ein Konzept zur Bewertung der Feuerschäden und zur Feststellung von Veränderungen in der Vegetation zu entwickeln.
Feuerschäden mit Fernerkundung erkennen
Im Frühsommer 2019 wurde das Unternehmen EFTAS Fernerkundung und Technologietransfer GmbH zusammen mit der NLU-Projektgesellschaft mbH & Co. KG beauftragt, ein umfassendes Monitoringverfahren zu entwickeln. Beide Unternehmen waren bereits zuvor an der Grundlagenerfassung für die FFH-Gebiete im Bereich des Erprobungsgeländes WTD 91 Meppen beteiligt.
Das Monitoring beinhaltete nicht nur die terrestrische Datenerfassung, sondern auch die erstmalige Interpretation von Fernerkundungsdaten. Ziel war es, Feuerschäden am Torfkörper und Veränderungen in der Vegetation zeitnah zu bewerten.
Kontinuierliches Monitoring des FFH-Gebiets
Durch die aussagekräftigen Daten gab es drei Fortschreibungen des Auftrags, die die Jahre 2017-2020 und aktuell die Entwicklung in 2023/24 abdecken. EFTAS konzentrierte sich dabei auf die langfristige Beobachtung der Hebungs- und Senkungsprozesse, die Herleitung von Einbrenntiefen in das Torfmedium, die Ermittlung flächendeckender Brandschadklassen, die Identifizierung von Gehölzjungaufwuchs und das Monitoring der Sukzession auf der ehemaligen Brandfläche.
Die Ergebnisse liefern dem Auftraggeber detaillierte Informationen über die brandbedingten Veränderungen. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen für Maßnahmen wie Wiedervernässung, Entkusselung und Pflege des geschädigten Moores bereitgestellt. Ein erfolgreicher Ansatz, um die ökologischen Folgen des Moorbrands zu bewältigen.










